Reblog: 5. Nefasta (Nora Bendzko)

Sie ist da, meine Adventsgeschichte für Tintenfleck! Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, ist sie nicht ganz typisch weihnachtlich 😉
Wenn sie sich auch mit Themen beschäftigt, die zur Weihnachtszeit wichtige Rollen spielen: Liebe, der schöne Schein und gutes Essen. Was passiert aber, wenn die Familienharmonie so gar nicht mehr vorhanden ist, ja, von dunklen Kräften ins Wanken gebracht wird? Lest selbst. Ich wünsche euch viel Spaß dabei ❤

Tintenfleck

Nefasta fraß mich mit dem grünen Blick ihrer Koboldaugen auf. Da thronte sie, die Löwenfüße überschlagen, die Adlerflügel gefaltet, das unmenschliche Gesicht eine steinerne Maske: Die hässlichste Sphinx-Statue, die ich je gesehen hatte.
Bitte lass es keinen Albtraum werden, betete ich, umklammerte Löffel und Gabel, dass meine Fingerknöchel weiß hervortraten.
Ich senkte den Blick auf meinen Teller. Essen, ich muss essen …
Aber Eriks kritischer Blick schnürte mir die Kehle zu.
„Der Kerl heute an der Tür …“
Da.
Jetzt hatte er es gesagt.
Ich sah zu ihm auf. Er hielt Messer und Gabel in je einer Faust, als wären sie Waffen.
„… war ein Arbeitskollege“, flüsterte ich.
Ich durchsuchte sein kantiges, sonnengebräuntes Gesicht mit den dunklen Augen, deren Schönheit irgendwann erfroren war. Nach dem Erik, der nächtelang tanzen, tausend Witze reißen und stürmisch wie ein Casanova küssen konnte. Nicht nach dem Erik, der vor lauter Büroarbeit graue Haare bekam…

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