Zum ersten Mal ausgeschrieben: Der Deutsche Selfpublishing-Preis

Selfpublisher-Kollegen aufgepasst! Heute wurde ein neuer Preis ins Leben gerufen, der sich, wie schon der kindle Storyteller Award, rein auf Selfpublisher bezieht: Der Deutsche Selfpublishing-Preis. Was ist das, wer kann wie teilnehmen, warum denn schon wieder eine SP-Ausschreibung?

 

Offizielles Logo vom Deutschen Selfpublishing-Preis

 

Das Warum ist einfach: Es gibt eklatante Unterschiede zum kindle Storyteller Award

Wer am kindle Storyteller Award teilnehmen will, muss sich mit E-Book exklusiv an Amazon binden, seit diesem Jahr auch mit dem Print, darf die Veröffentlichung nur über den Wettbewerb laufen lassen … Eine Einschränkung, die den einen oder anderen vom Teilnehmen abgeschreckt hat. Als Preise winkten neben Ruhm, Ehre und Geld ein Verlagsvertrag.

Der Deutsche Selfpublishing-Preis schlägt dagegen in eine ganz andere Sparte. Hier sollen Bücher eingereicht werden, die bereits im Selfpublishing veröffentlicht worden sind. Auch gibt es keinen Verlagsvertrag zu gewinnen, sondern Marketing-Pakete im Wert von 80.000 Euro (!) und ein Preisgeld im fünfstelligen Bereich. Der Gewinner soll außerdem – wohlgemerkt, immer noch selfpublised, nicht unter einem Verlagslabel – in die Buchläden gebracht werden.

Die Selfpublisher-Bibel schreibt dazu:

»Erklärtes Ziel [des Deutschen Selfpublishing-Preises] ist es, Selfpublishing im Buchhandel präsenter zu machen. So gibt es auch keinen Verlags-Vertrag als Gewinn, stattdessen wird der Gewinner-Titel dank der Marketing-Power der Veranstalter, Sponsoren (etwa Gutefrage.net, Lovelybooks und KNV) und Partner (Medienpartner sind u.a. ZEIT online, Buchjournal und Börsenblatt, Gründungspartner sind ePubli und Neobooks) echte Chancen im Handel haben.«

Besonders interessant: Aus allen eingereichten Einsendungen wird von einer unabhängigen Jury eine Shortlist von zehn Titeln erstellt. Aus jenen Titeln wird durch ein finales Publikumsvoting der Gewinner bestimmt. EDIT: Tatsächlich habe ich mich verlesen, es kommt sogar noch besser – es gibt ein Publikums als auch ein Jury-Voting. Also werden insgesamt zwei Gewinner im Wettbewerb gekürt, einer durch Publikum, einer durch Jury – fairer geht’s kaum. Dass allein schon die Shortlist eine unglaubliche PR darstellen dürfte, steht außer Frage.

 

Butter an die Fische: Was sind die Teilnahmebedingungen?

Tatsächlich kann jeder Selfpublisher mit einer Neuerscheinung aller Genres teilnehmen, heißt: Ein Buch, das nicht vor dem 30. Mai 2016 erschienen ist. Überraschung – allerdings nur, wenn dieses professionell bearbeitet ist!

Entsprechend werden verlangt:

  • professionelles Cover
  • professionelles Korrektorat/ Lektorat
  • Professionelles Layout des Buches
  • Einhaltung aller rechtlichen Formalia (= Impressum & Co.)

 

Daneben müssen noch folgende Dinge gewährleistet sein:

  • Das Werk ist in sich abgeschlossen lesbar (das gilt auch für Reihenteile, nur Serienteile sind ausgeschlossen)
  • Der Inhalt muss einschränkungslos lesbar sein (= keine Gewaltverherrlichung, keine Pornographie, keine strafbaren Inhalte, und überhaupt keine ab 18 Inhalte)
  • Die Originalauflage muss in deutscher Sprache erschienen sein
  • Das Buch muss im Inhalt verfügbar sein, also eine ISBN besitzen und im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) zu finden sein

 

Stimmen alle Bedingungen? Dann ist der Rest recht unkompliziert: Auf der offiziellen Seite vom Selfpublishing-Preis gibt es ein deppensicheres Teilnahmeformular. Ausfüllen, Druckdatei des eigenen Buches als PDF  mit Cover eingebunden hochladen und fertig.

Einsendeschluss ist der 31.07.2017

 

Letzte Frage: Wirst denn du teilnehmen, Nora?

Ja. Warum denn nicht?

Die ganze Idee vom Deutschen Selfpublishing-Preis finde ich wahnsinnig ansprechend. Denn hier geht es offenbar darum, (gutes) Selfpublishing zu stärken. Der Buchhandel ist für Indies, die von ihrem Indie-Dasein überzeugt sind, tatsächlich eine reizende Option, und im besten Fall wählt die Jury ein paar wirklich beeindruckende Titel aus, die mit den anrüchigen Klischees gegenüber Selfpublishern und ihren Werken aufräumen.

Na klar bin ich dabei!

Zumal mein »Kindsräuber« alle Teilnehmerkriterien erfüllt. Was Schlimmeres als eine Absage kann nicht passieren, den kindle Storyteller Award schaffe ich dieses Jahr zeitlich nicht mehr … Ja, dann wird sich frohen Mutes versucht.

 

An meine mitlesenden Kollegen: Überlegt ihr jetzt auch, beim Deutschen Selfpublishing-Preis mitzumachen? Schreibt es mir in die Kommis!n

 

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8 thoughts on “Zum ersten Mal ausgeschrieben: Der Deutsche Selfpublishing-Preis

  1. Tja… gerade war ich noch sehr interessiert, jetzt nicht mehr. Tolle Sache grundsätzlich, insbesondere gefällt mir die Regel, dass professionelle Bearbeitung wie Cover und Korrektorat nachgewiesen werden müssen. Aber… meine ganz persönliche Hürde: Mein Buch wird nicht im VLB stehen. Das habe ich mit meinem Erstling probiert und außer Kosten NULL Effekt gehabt. Naja… nicht ganz Null. Ein (i.Z.: 1) Buch habe ich über das VLB verkauft. Schade.
    Liebe Grüße, Jürgen

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    1. Ja, da bin ich auch hellhörig geworden bei den Teilnahmebedingungen – das verspricht schon mal eine qualitative und nicht quantitative Konkurrenz. Aber das mit dem VLB ist natürlich blöd bei dir. Ich habe als Distributor epubli und dadurch automatisch ISBN/ VLB inkludiert. Auch habe ich noch jedes Mal eine gewisse Summe über den Distributor bzw. über den Buchhändler (als Bestellung vor Ort) verkauft. Aber ist ja bei jedem Autor und jedem Buch anders … ein andermal. Reizt dich vielleicht der kindle Storyteller Award stattdessen?

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  2. Der Preis ist eine wirklich gute Idee, um guten, selbstveröffentlichten Büchern zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen (derzeit ist es ja leider so, dass eher das Selbstvermarktungstalent und -budget der Autoren über die Sichtbarkeit ihrer Bücher entscheidet als deren Qualität). Ich musste ein bisschen an den „Self Published Fantasy Blog Off“ denken, der ein ganz ähnliches Ziel hat und eine ziemlich spannende Veranstaltung ist (vielleicht könnten sich ja auch in Deutschland ein paar Blogger für so was zusammentun – ich wäre dabei).
    Wenn mein Buch nicht von einem Verlag „adoptiert“ worden wäre, würde ich mich wahrscheinlich auch für den Selfpublishing-Preis bewerben. Aber so kann ich mich nur auf die Veröffentlichung von „Drúdir“ freuen (diesen Oktober ist es soweit), auf eine „Seraph“-Nominierung hoffen und dir viel Glück wünschen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Den „Self Published Fantasy Blog Off“ kenne ich gar nicht, werde ich mir wohl gleich ansehen müssen. Oh, freu dich definitiv! Es gibt schlimmere Gründe, an einem Wettbewerb nicht teilnehmen zu können, als einen Verlag 😉 Ich drück dir auch schon jetzt die Daumen für die Veröffentlichung, ein „Seraph“ wäre in der Tat wundervoll. Und vielleicht beim nächsten Mal? Der Deutsche Selfpublishing Preis wird ja höchstwahrscheinlich öfter ausgeschrieben.

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  3. Eine gute Sache!
    Vor allem werden die geforderten Kriterien vorab schon mal die Anzahl der Bücher ein wenig eindämmen und nur qualitativ höherwertige Bücher zulassen.
    Reinen Publikumspreisen stehe ich gerade im SP ziemlich kritisch gegenüber, weil man da als Neuling oder Nischenschreiber kaum eine Chance hat – diejenigen hingegen, die viele Fans mobilisieren können, profitieren davon.
    Das ist aber nicht jedermanns Sache und hat auch erstmal wenig mit der Qualität der Bücher zu tun (wobei natürlich der Umkehrschluss auch nicht gilt).

    Nichtsdestotrotz werde ich am Storyteller und nicht am neuen Preis teilnehmen.
    Das liegt aber in erster Linie daran, dass bei meinem neuen Buch zufällig alle Kriterien passen. Für den Selfpublisher-Preis müsste ich das gesamte Konzept umdenken, und das ist mir einen Tag vor Veröffentlichung zu umständlich.
    Vielleicht beim nächsten Mal!
    🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das sehe ich genauso mit den Teilnahmebedingungen. Sehr vernünftig und rückt sowohl SP als auch den Preis sofort in ein ordentliches Licht.

      Dann wünsche ich dir viel Erfolg beim kindle Storyteller Award! Publikumspreis hin oder her, der ist auch eine gute Möglichkeit, einfach mal von einem größeren Publikum wahrgenommen zu werden. Und dein Genre dürfte da eh gut passen.

      Gefällt 1 Person

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