»Hexensold« Textschnipsel #2: Lernt Elegio und Lysander kennen!

Wer meiner Lesung auf der Leipziger Buchmesse gelauscht hat, durfte bereits Elegio, Hauptcharakter von »Hexensold«, sowie dessen Vater Lysander etwas kennenlernen.

Das Vergnügen war sonst nur meinen Dark-Letter-AbonnentInnen vergönnt.

Mit diesem Auszug möchte ich ihn nun meinen weiteren Leserinnen und Lesern vorstellen … Begleitet ihr Elegio bei seinen Streifzügen als angehender Auftragsmörder? :-D

 

– Unlektorierte Fassung! –

[Elegio] strich über die Giftringe an seinen Fingern und die tödlichen Utensilien an seinem Gürtel, um sich zu erinnern, wozu er hier war. Dann tauchte er unter die roten Schleier des Himmelbetts und beugte sich über die Contessa.
Sie sah schön aus, mit den dunklen Locken auf ihrer blassen Haut, die gepudert wie das Weiß einer Taube aussehen musste. So stellte sich Elegio Prinzessinnen in Märchen vor. […]
Er hob die Hand zum alles entscheidenden Schlag. Doch hielt er nochmals inne, um die Contessa etwas länger anzuschauen. Einen Moment zu lang: Sie schlug die Augen auf.
Elegio sog scharf die Luft ein. Mierda! Das war das Schlimmste, was hätte passieren können […]
Wie zu Eis erstarrt lag die Contessa da. Kein Wunder, musste Elegio doch einen schrecklichen Anblick abgeben: in Lederrüstung und Umhang, bis an die Zähne bewaffnet, eine Maske aus schwarzen Schwanenfedern auf dem Gesicht.
Die vollen Lippen der Contessa bewegten sich kaum merklich: »Bist du der Tod?«
Ja, hätte er antworten sollen. Ich bin der dir gesandte Engel des Todes.

 

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Ihre Augen weiteten sich. Dunkle Augen, die schöner waren als alles in ihr zusammen. Elegio wurde von ihnen gebannt, wie er von den Augen der streunenden Katze gebannt worden war, die Lysander ihm einst zu töten befohlen hatte. Zur Prüfung. Und wie damals, als Elegio die Katze bei Regen und Nebel aus dem Turm gejagt hatte, brachte er es nicht über sich.

Dies war nicht er.

Die Contessa öffnete den Mund, um zu schreien. Da zischte etwas an Elegio vorbei. Er sah einen mit Rabenfedern vernähten Umhang auffliegen, und eine silberne Totenkopfmaske. Darunter, so wusste Elegio, steckte sein Vater Lysander. Doch in jener Gewandung konnte der Junge ihn nicht erkennen. Lysander war da nichts als ein unirdisches Gespenst, der Assassine mit dem Namen Inferno. Jener vollführte, was Elegio nicht hatte tun können, und schlug zu.

Infernos Hand schnappte so schnell wie eine Schlange vor, gegen die Schläfe der Gräfin. Diese brachte ihren Schrei nicht mehr zustande. Mit einem erstickten Laut fiel sie zurück.

Elegio konnte nicht wegsehen, als das Leben sie verließ. Er sah deutlich, wann ihr Herz stehen blieb. Ein letztes Zittern ging durch ihren Körper. Mit ihren Gliedern erschlafften auch ihre vollen Locken, eine Strähne blieb zwischen ihren Lippen hängen. Stumm in die Ewigkeit schreiend, stürzte sie aus dem Bett und zu Boden. Ihre toten Augen starrten Elegio direkt an.

Er begriff erst, was geschehen war, als Inferno ihn am Arm packte.

»Wir müssen weg.«

 

© Nora Bendzko 2018

 

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