Die Anthologie »Der unmögliche Mord« ist erhältlich

Nach der wunderbaren Premierenlesung, von der ich noch in meinem Messebericht erzählen werde, ist nun seit einigen Tagen die Fantasy-Krimi-Anthologie »Der unmögliche Mord« im Handel erhältlich. Ich bin darin mit der Geschichte »Das Frankenstein-Paradoxon« vertreten.

Die Idee für die Story hat schon einige Jahre auf dem Buckel und existierte vor der Anthologie bereits in einer Kurzform, mit der ich recht unzufrieden war. Für »Der unmögliche Mord« habe ich sie komplett umgeschrieben und aufgepeppt. Sie ist etwas ganz anderes als die Galgenmärchen, spielt sie doch im gegenwärtigen Berlin und dreht sich um das Thema Alchemie. Aber ich lasse besser die Leseprobe für sich sprechen, die ihr am Ende des Beitrags findet.

Das Print könnt ihr direkt beim Conte Verlag per Mail bestellen (info@conte-verlag.de), das E-Book ist hier auf Amazon erhältlich. Vor der Leseprobe noch mal der Klappentext mit allen Autor*innen der Anthologie:

»Wie sehen Verbrechen in der Zukunft aus? Kann man mit Magie den perfekten Mord begehen? Und helfen übersinnliche Fähigkeiten, einen Mörder zu überführen?
Diesen und anderen Fragen gehen die Autoren dieser Anthologie nach und verwischen dabei die Genregrenzen. Dabei wird die ganze Bandbreite der Phantastik von der klassischen Fantasy über Urban und Contemporary bis hin zu lovecraftschem Horror und Science Fiction abgedeckt.
Neben Markus Heitz und Isabella Archan sind weitere vierzehn Autoren dem Ruf der Herausgeberin gefolgt, die z.T. seit Jahren als feste Größe in ihrem Genre bekannt sind.

Mit Beiträgen von Erik R. Andara, Isabella Archan, Nora Bendzko, Christian Handel, Markus Heitz, Alex Jahnke, Tanja Karmann, Simon H. Krätzer, Germaine Paulus, Sonja Rüther, Carsten Schmitt, Kim Skott, Anke Schlachter, Bernhard Stäber, Christoph Steckelbruck, M.H. Steinmetz und Uwe Voehl.«

 

Cover-Design von Markus Dawo

 

Trigger-Warnung

Klick hier, um die Warnung zu sehen

Blut, Gewalt, Mord, Tod u. a. einer Angehörigen & eines ungeborenen Kindes

 

Der Mörder seiner Frau hatte dasselbe Gesicht wie er.

Das kann nicht sein …

Starr stand Roland in der Tür seiner Wohnung, die Hand am Knauf, während ihm die Zigarette aus dem Mundwinkel rutschte.

Ich träume. Gleich wache ich auf, trinke meinen Morgenkaffee, gehe einkaufen …

Doch das Bild vor ihm wollte nicht weichen. Dort, im dämmrigen Flur, lag seine geliebte Mary, reglos. Die Rüschen ihres Kleids und ihr schwarzgefärbtes Haar ergossen sich auf den Teppichboden, bedeckten halb das heruntergefallene Buch: Frankensteins Geschichte – Von der Alchemie zum Transhumanismus. Sie hielt ihren schwangeren Bauch umklammert, mit aufgerissenen, todesleeren Augen.

Über ihr stand ein Mann, der Rolands Spiegelbild hätte sein können. Die buschigen Brauen über den kleinen Augen, das teigige Gesicht, der graue Haaransatz … Als würde Roland seinen Zwilling anschauen. Doch er besaß keine Geschwister.

Kurz stand die Welt still. Roland und sein Doppelgänger starrten sich nur an. Eine Kette mit einem seltsam vertrauten, milchweißen Steinanhänger funkelte am Hals des Mörders.

»Hände hinter den Kopf!«

Roland zog seine Dienstwaffe, die er selbst im Urlaub bei sich trug. Der stoische Polizist mit der jahrelangen Erfahrung schaffte es nicht, den Platz des überforderten Familienvaters einzunehmen. Seine Hand zitterte.

Der Täter hastete in die Küche nebenan. Roland drückte den Abzug zu spät: Die Kugel erwischte nur den Trenchcoat des Mannes und schlug in die Flurwand.

»Verdammt …«

Roland setzte ihm nach.

 

© Nora Bendzko 2019

 

2 Antworten auf „Die Anthologie »Der unmögliche Mord« ist erhältlich

    1. Hallo Karin, das ist in der Tat ein sehr witziger Zufall! Ich habe ja neulich erst gelesen, dass manche Leute es gar nicht ausstehen können, wenn die Protagonist*innen heißen wie sie selbst oder wie jemanden, den sie kennen. Kann ja auch echt verwirrend sein.

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