Der atomare Mutterleib

Love-Craft-Tribut.

Featured in Schattenweber von Felix Hänisch (Hrsg.), Benefiz-Anthologie

 

Leseprobe

 

Lautlos schlich sie durch das Unterholz, nur vom Licht des Vollmonds begleitet. Seltsame Geräusche, die kein ihr bekanntes Tier hervorbringen konnte, lockten sie in den Wald. Es scharrte, röhrte und schrie zugleich. Keiras Faszination von diesen Klängen war zu groß, als dass sie Furcht empfinden könnte. Als die Laute unerträglich wurden, presste sie sich die Hände auf die Ohren und versteckte sich im Dickicht. Mit aufgerissenen Augen starrte sie in die Dunkelheit.

Eine Gestalt, schwärzer noch als Schatten, trat aus der Düsternis in das Licht des Mondes. Ihr stämmiger Körper war von zottigem Fell bedeckt und sicher fünfmal so groß wie das Mädchen. Jeder Schritt, den sie mit ihren gespaltenen Hufen tat, war wie Donnergrollen. Gelbe, katzenähnliche Augen leuchteten unheilvoll in der Nacht.

»Die schwarze Ziege«, hauchte Keira.

Das Wesen stampfte mit den Hufen und bäumte sich zu all seiner Größe auf, um einen Schrei auszustoßen. Erneut ging ein Zittern durch den Waldboden. Keira sah im Schein des Mondes, wie sich kleine schwarze Fellknäuel aus der Erde wühlten. Tausende von Stimmen begannen zu wimmern, wie von einem Albtraum gequält.

Keira tat einen Schritt zurück, um einen besseren Blick über das Geschehen zu haben, und wurde von einem Quieken aufgeschreckt. Sie blickte auf ihre Hände und sah eines der schwarzen Fellknäuel darin. Es fiepte schmerzerfüllt, worauf alle Geräusche des Waldes verstummten. Erschrocken schloss Keira die Hände, um die Geräusche des Fellknäuels zu ersticken, da vernahm sie ein dumpfes Grollen. Sie rannte ohne zu zögern, das wimmernde Wesen umklammert.

Hinter ihr brach der Körper der dämonischen Ziege durchs Dickicht. Keuchend beschleunigte Keira ihr Tempo. Ihre Brust tat weh, ihre Füße streiften Sträucher und Dornen, doch sie achtete nicht auf den Schmerz. Die unirdischen Geräusche hinter ihr wurden immer lauter –

 


 

Pressestimmen

 

»[…] 11 Geschichten, wobei es sich bei allen nur um eines dreht: Fantasie von ihrer dunkelsten Seite. Dabei bedienen sich die Autoren jeglichen Fantasie-Elementen, die man kennt. Sei es das High Fantasy, mit seiner eigenen Welt, in der Orks ihr Unwesen treiben, oder Urban Fantasy, wo man meinen könnte, dass die dunkle Seite gerade bei uns um die Ecke ist. […] Bei dieser Anthologie kommt jeder auf seine Kosten.
[…] Insbesondere zwei Geschichten möchte ich herausheben, die mir persönlich am Besten gefallen haben. Kai Seuthes Kurzgeschichte „Die Augen“ sowie Nora Bendzkos „Der atomare Mutterleib“. Beides aus meinem Genre Urban Fantasy, aber mit genau dem Hauch fantastischer Welt, der mir so gefällt. […] Nora Bendzko hat mich auch noch mit ihrer Art des Schreibens fasziniert.«

– Sina von kleeblatts bücherblog (Link)

»Das Cover mit dem Kuhtotenschädel hat mich neugierig gemacht und so habe ich mir das Buch gekauft und die 256 Seiten an einem Abend durchgelesen. Mir wurde spannende Unterhaltung vom Anfang bis zum Ende geboten […]«

– Tino Berger auf Amazon (Link)

 


 

 

Paperback

256 Seiten

ISBN-10: 1505563607

ISBN-13: 978-1505563603

ASIN: B00R5FNHY4

erhältlich bei amazon als Buch (6,99 €)

und kindle-Version (0,99 €)

 

© Nora Bendzko 2016

 

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