Ab heute bin ich offiziell Teil vom #Nornennetz

Nun ja , offiziell eigentlich schon seit ein paar Tage, nur habe ich selbst eben nichts Offizielles geschrieben 😉

Der eine oder andere wird vom #Nornennetz über Twitter mitbekommen haben und hat vielleicht auch meinen Tweet gesehen: Ich bin dabei! Was Fragen aufwerfen könnte à la: Hä, was is’n das Nornennetz überhaupt? Und warum machste mit, Nora? Fragen, die ich mit diesem Beitrag kurz und knackig beantworten möchte.

So viel vorab: Ich konnte nicht Nein zu einem Netzwerk sagen, dass sich der Förderung phantastischer Autorinnen verschrieben hat – klarer Eigennutz, bin ja selbst eine *lach* Zudem sind ganz viele Kolleginnen an Bord, mit denen ich seit längerer Zeit online ohnehin verbandelt bin. Ob nun die historische Fantastikerin Nike Leonhard, Carola aka frau schreibseele vom schreibkasten/ frau schreibseeles schreibblog oder die gute alte Mikaela von Textflash.

Gemein haben wir alle eine Sache: Wir sind (schreibende) Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. So wie die Nornen, die dem Nornennetz ihren Namen gegeben haben – die Frauen aus der nordischen Mythologie, die das Schicksal der Welt weben.

 

 

Kurz und knapp: Was ist das Nornennetz?

Ein Bund von schreiberischen Schwestern, die allesamt in der Phantastik zuhause sind. Inspiration waren hier unter anderem die »Mörderischen Schwestern«, die schon länger die Krimiwelt unsicher machen. Ich zitiere aus dem offiziellen Statement von Schwester Carola / frau schreibseele:

»Das Nornennetz ist ein Zusammenschluss verschiedener Autorinnen, die aus dem Bereich der Fantastik kommen. […] [Zur Namensbedeutung:] Die Nornen sind drei Schicksalsfrauen […]. Sie heißen Urd (Schicksal), Verdandi (das Werdende) und Skuld (Schuld, dass [sic!] was sein soll). Man kann sagen, sie stehen für die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft und sie entscheiden über das Schicksal der Menschen und Gottheiten. Man kann sagen, dass wir über unser Schicksal selbst entscheiden und nun sichtbar werden […] als Frauen, welche Fantastik schreiben.

Und an wen richten wir uns? Es ist egal, ob Du eine biologische Frau bist, Dich als Frau fühlst, Transgender bist oder wie auch immer, erst einmal reicht die Selbstbezeichnung weiblich. Wie weit das Thema noch gehen wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Wir sind noch ein recht junges Netzwerk, welche sich erst vor Kurzem gegründet hat. Damit will ich sagen, dass wir noch sehr viel diskutieren und für kritische und offene Anregungen offen sind.«

 

Aber Nora, wirklich ein Frauenbund?

Ja, wirklich. Ich strebe doch schon länger nach der Weltherrschaft. Meinen eigenen Mann habe ich schon erfolgreich an den Herd gekettet, werde mithilfe des Nornennetzes nun ein Matriarchat aufbauen helfen, auf dass wir Frauen eines Tages alle Männer dieser Welt zu unseren Sklaven machen können. Muahahahaha!

Sarkasmus aus: Den konnte ich mir nicht verkneifen 😉

Natürlich hat das Nicht-Verkneifen einen Grund: Tatsächlich wurden, nachdem das Nornennetz gerade mal ein paar Tage alt war, Vorwürfe des Sexismus‘ im Internet laut. Konkret: Das Nornennetz sei männerfeindlich. Ich habe ehrlich mit solchen Reaktionen gerechnet. Habe ich dergleichen doch schon so oft im Internet gesehen, auch in anderen Kontexten: Dass People of Colour Rassismus (meist gegen Weiße) vorgeworfen wird, wenn sie Rassismus thematisieren, zum Beispiel. Oder Gay Couples, die ihr Recht auf Heirat einfordern, beschuldigt werden, die Rechte heteronormativ lebender Familien zu beschneiden.

Da ich weiß, dass oft kein böser Wille dahinter steckt, sondern nur reines Missverständnis: Kurz aufgeräumt!

Die Stärkung des Einen bedeutet nicht die Schwächung des Anderen, aber so wird manchmal schnell geurteilt. Im Fall des Nornennetzes: Es werden nicht Männer ausgeschlossen, das war auch nie die Prämisse. Es werden einfach nur Frauen gestärkt.

Warum? Weil es in der Literaturszene leider noch allerhand »Frauenprobleme« gibt. Wie die Tatsache, dass vielen Phantastik-Autorinnen immer noch nahegelegt wird, unter männlichem Pseudonym zu schreiben. »Hätte nie gedacht, dass ein Frau so was schreibt« stand schon in einer Rezension zu einem meiner Bücher. Eine sonst tolle Rezension, sehr nett gemeint, doch … ihr merkt sicher, was dabei problematisch ist. Andere Baustellen: Dass Frauen immer noch unterpräsentiert sind in der Literaturszene. Oder der Gender Pay Gap.

Aber: Männer werden natürlich mitgezogen. Von Gender-Klischées sind diese nämlich genauso betroffen z.B. wenn sie Liebesromane schreiben. Hier streitet das Nornennetz genauso wie für queere Themen jeder Art. Das Endziel ist ein diverserer, offener Literaturbetrieb, von dem alle profitieren.

Entsprechend finde ich einen Frauenbund alles andere als bedenklich. Im Gegenteil, sogar überfällig, denn bis dahin ist mir eine ähnliche Gruppierung im phantastischen Bereich nicht bekannt. Und bei den Mörderischen Schwestern hatte ich ja auch nie Bedenken – wobei ich inzwischen weiß, dass diese mit Ähnlichem in ihrer Gründungsphase zu kämpfen hatten. Und sie sind trotzdem immer mörderisch cool geblieben – ich hoffe, dass die Nornen hier genauso den Absprung schaffen!

 

Schlusslicht: Was tue ich im Nornennetz und was erhoffe ich mir dort?

Mein offizieller Status ist der der Novizin: Ich bin Mitglied, kann mitreden. Das Netzwerk festigt sich erst noch, was Credo und Online-Auftritte angeht. In der Zukunft wird es natürlich gemeinsame Projekte geben, untereinander sind wir sowieso vernetzt und unterstützen uns gegenseitig.

Für mich hat sich nach ein paar Tagen Nornennetz schon eine schöne Zusammenarbeit ergeben: Janna Ruth, auch Nornin, hat mich als Gastautorin zu ihrer Book Release Party von »Im Bann der zertanzten Schuhe« eingeladen.

Wenn ich auf etwas hoffen möchte, dann auf mehr Möglichkeiten wie diese. Und viele tolle Bekanntschaften. Ach ja, fast vergessen: Die tollen Bekanntschaften dürfen sich natürlich auch anmelden! Momentan ist der Andrang beim Nornennetz so groß, dass bis Juli keine Bewerberinnen mehr gesichtet werden können, aber danach kann jede jederzeit das Nornennetz online antickern: Ich will mitstreiten!

 

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